Oliver Kuropka von SEGRO im Interview

»Aus der Lackfabrik wird ein moderner Gewerbestandort.«

21.08.2019

Im Jahr 2015 fiel der Startschuss für eines der größten SEGRO-Revitalisierungsprojekte in Deutschland: Auf dem ehemaligen Werksgelände des Chemieunternehmens AkzoNobel in Köln-Bickendorf entsteht seither der SEGRO CityPark Köln. Wie der Wandel von der Lackfabrik zu einem modernen Gewerbestandort gelingen konnte, erklärt Oliver Kuropka, Senior Leasing Manager bei SEGRO, im gemeinsamen Interview.

B24: Herr Kuropka, wie weit ist die Revitalisierung bereits vorangeschritten?

Kuropka: Wir machen gute Fortschritte auf dem Areal. Der erste Bauabschnitt wurde bereits abgeschlossen und die Gebäude stehen ab sofort zur Vermietung. Vor kurzem konnten wir mit der Jäger Group, einem Spezialisten für Veranstaltungstechnik, sowie dem Online-Händler Internestor, der die Produkte seiner Konditorei »deinetorte.de« vor Ort herstellt, unsere ersten zwei Mieter für die neu errichteten Flächen gewinnen. Dennoch verlangt das Projekt allen Beteiligten viel ab. Beispielsweise haben wir bislang rund 76.000 Tonnen Recycling-Material im Rahmen unserer Arbeiten aufbereitet – das zeigt, mit welcher Größenordnung wir es dort zu tun haben.

B24: Welche Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass sich SEGRO für das Projekt in Köln-Bickendorf entschieden hat?

Kuropka: Am maßgeblichsten für uns war die optimale innerstädtische Lage. Bis zum Kölner Dom – und dementsprechend zum Hauptbahnhof – sind es vom Areal aus nur fünf Kilometer Luftlinie. Der Flughafen Köln/Bonn ist mit dem Auto schnell zu erreichen. Vor allem im Vergleich zu Projektentwicklungen auf der grünen Wiese, die heutzutage nur noch in der Peripherie entstehen können, ist das ein wichtiger Vorteil. Entscheidend für uns war allerdings auch, dass das Grundstück mit einer Fläche von circa elf Hektar groß genug ist, um etwa 40 Unternehmen anzusiedeln. Bevor wir uns dafür entschieden haben, das Areal neu zu entwickeln, haben wir zudem ein umfangreiches Bodengutachten vorgenommen – inklusive einer Untersuchung auf bestehende Altlasten.

B24: Für welche Mieterprofile wird der CityPark Köln entwickelt?

Kuropka: Das ist ganz unterschiedlich. Die größeren Flächen eignen sich vor allem für Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe sowie aus der City-Logistik. Die kleineren Einheiten dürften insbesondere für mittelständische Unternehmen interessant sein. Im Mittelpunkt unseres Konzepts steht zudem der Leitsatz, ein hohes Maß an Flächenflexibilität zu ermöglichen: Die einzelnen Gebäude können in 800 bis 12.000 Quadratmeter große Flächen unterteilt werden, wodurch sie an die Bedürfnisse unterschiedlicher Unternehmensprofile anpassbar sind. Zudem lassen sich die Flächen nachträglich erweitern und umrüsten, was die Verzahnung der verschiedenen Nutzungsarten, also beispielsweise Produktions-, Logistik- und Büroeinheiten, begünstigt. Aufgrund der Nähe zum aufstrebenden Viertel Köln-Ehrenfeld eignen sich die Flä-chen darüber hinaus für Nutzer aus den Bereichen Gastronomie, Sport, Freizeit und Kultur.

B24: Nimmt SEGRO weitere Revitalisierungsprojekte wie dieses in Angriff?

Kuropka: Ja, wir realisieren bereits jetzt ein ähnliches Projekt in Frankfurt am Main: Bis Ende 2019 entstehen die ersten beiden Phasen des SEGRO CityPark Frankfurt mit rund 14.000 Quadratmetern Mietfläche auf einem ehemaligen US-Militärgelände, zusätzliche Bauphasen sind für die kommenden Jahre geplant. In Zukunft wollen wir weitere Brownfield-Developments durchführen. Aus unserer Sicht sind Revitalisierungsprojekte eine wichtige Möglichkeit, um auf die steigende Nachfrage nach modernen und stadtnahen Gewerbeflächen zu reagieren. Schließlich wächst der E-Commerce nach wie vor rasant, und auch die deutschen Metropolen verzeichnen einen anhaltenden Zustrom an neuen Einwohnern. Kurze und effiziente Wege zwischen den Unternehmen und ihren Kunden sind also absolut nötig – und genau dort sehen wir den größten Vorteil von innerstädtischen Revitalisierungsobjekten im Vergleich zum Neubau in Randlagen. Hinzu kommt, dass die Politik den Flächenverbrauch gezielt senken will. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, historische Industriebrachen zu modernisieren und dem Vermietungsmarkt als Logistik- oder Produktionsimmobilie wieder zuzuführen.


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