Kraftwerk Knepper: Das rummst!

Am 17. Februar wird gesprengt.

13.02.2019

Seit Monaten sind die Bagger der Hagedorn Unternehmensgruppe dabei, das Steinkohlekraftwerk Gustav Knepper auf der Grenze zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund-Mengede abzureißen. Von den Baggerschaufeln verschont blieben bisher der 210 Meter hohe Schornstein, der 128 Meter hohe Kühlturm und das knapp 70 Meter hohe Kesselhaus. Jetzt geht es ihnen an den Kragen.

Die von den Autobahnen A45, A42 und A2 weithin sichtbaren Landmarken sind bald Geschichte: Am Sonntag, den 17. Februar gegen 11:00 Uhr sprengt die Gütersloher Unternehmensgruppe Hagedorn die wesentlichen Bestandteile des Kraftwerks. Die Deutsche Sprengunion, eine Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe, hat zur Vorbereitung bereits über 1.500 Löcher in die massiven Betonwände gebohrt. Durch das Erzeugen von gezielter Instabilität werde erreicht, dass die Gebäude in die richtige Richtung fallen, beziehungsweise kontrolliert in sich zusammensacken.

Rund um die Sprengobjekte wird ein Sperrbereich von 350 bis 620 Metern errichtet. Auch die angrenzenden Autobahnen und der Flugraum werden für kurze Zeit beruhigt bzw. gesperrt. Im unmittelbaren Nahbereich werden zudem Evakuierungen stattfinden. Ferner gibt es umfangreiche Straßensperren rund um den Bereich und keine Parkmöglichkeiten in der Nähe des Geländes. Zwei Sicherheitsfirmen, THW, Feuerwehr und Polizei sichern den Bereich vor Ort ab. 

Gegen 11:00 Uhr soll zuerst das Kesselhaus mit rund 8 kg gelatinösem und einer geringen Menge plastifiziertem Sprengstoff gesprengt werden. Ein Fallbett aus Beton, Kies und Steinen wird den Aufprall des umstürzenden Gebäudes abfedern. Im Anschluss fallen bei einer zweiten, synchronen Sprengung Schornstein (60 kg gelatinöser Sprengstoff) und Kühlturm (150 kg gelatinöser Sprengstoff). Während der Schornstein wie ein Baumstamm umkippen wird, soll der Kühlturm in sich zusammensacken. Bereits angelegte Schutzwälle verhindern, dass Schutt und Staub in die Umgebung schleudern. Übrig bleiben am Ende rund 28.400 Tonnen Stahl- und Bauschutt. Benannt wurde das 2014 stillgelegte Kraftwerk übrigens nach dem Bergwerksdirektor Gustav Knepper. Der bald zur Geschichte zählende Kühlturm galt mit einer Höhe von 128 Metern zur Zeit seiner Entstehung (1969) als der höchste der Welt.

Hagedorn hatte für das von Uniper ausgeschriebene Areal 2017 den Zuschlag bekommen und übernimmt nun die gesamte Baureifmachung des 580.000 qm großen Geländes. Im Fall des Kraftwerks gehören dazu nicht nur der Abbruch der Gebäude und die Entsorgung von Stahl- und Bauschutt, sondern auch die Entfernung von Kohlenstaubresten sowie weiterer Schadstoffe. Der Boden wird dazu vollständig ausgetauscht und die Fläche eingeebnet. Nach erfolgreicher Sanierung und Revitalisierung sollen die Flächen durch renommierte Projektentwickler, dem Industrieimmobilien-Konzern SEGRO, vermarktet und an neue Eigentümer übergeben werden.

Journalisten und evakuierte Anwohner können das Spektakel live von einer eingerichteten Tribüne verfolgen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über den Livestream der Hagedorn Unternehmensgruppe auf Facebook, am Geschehen teil zu haben.


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