Interview B24-Award

19.06.2019

Raphael Thießen, Bereichsleiter von Brownfield24, über Deutschlands ersten Brownfield Award, der im Oktober auf der Expo Real in München verliehen wird.

B24: Herr Thießen, Brownfield24 verleiht zum ersten Mal in Deutschland den Brownfield Award. Was genau hat Sie dazu bewogen?

RT: Angesichts der Flächenknappheit in Deutschland ist die nachhaltige Flächenrevitalisierung das Thema der Zukunft. Brownfields sind hier die Lösung. Leider haben sie bei uns noch längst nicht den gesellschaftlichen Stellenwert, den sie verdienen. In anderen Ländern sieht das ganz anders aus. Mit unserem Award wollen wir sozusagen die Werbetrommel für die deutschen Brownfields rühren. Zukünftig soll die Wiederverwendung von Brachflächen zur bevorzugten Lösung für Entwickler werden und verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit, der Politik und auch der entsprechenden Forschung rücken.

B24: Dazu kann ja eigentlich jeder beitragen, der sein Projekt einreicht. Wer kann sich für den Award bewerben?

RT: Bewerben kann sich jeder, dessen Projekt sich der verantwortungsbewussten Revitalisierung widmet und beweist, wie sich mit Ideen, Kreativität und Engagement außergewöhnliche Wohn- oder Gewerbequartiere realisieren lassen, die in ihren Städten Vorbildfunktion genießen. Alle Parteien, die an einer Brownfield-Entwicklung federführend teilgenommen haben, sind einreichungsberechtigt. Also Städte, Kommunen, Investoren, Versorgungsunternehmen, Entwickler, Berater, Eigentümer oder Regulierungsbehörden. Sie können sich gerne auch als Entwicklergemeinschaft bewerben. Selbstverständlich muss man kein Mitglied des BF24-Netzwerks sein. Die Nominierung steht allen offen, die an einer Brownfield-Entwicklung beteiligt sind.

B24: Nach welchen Kriterien beurteilt die Expertenjury die eingereichten Projekte?

RT: Es gibt drei Hauptkriterien für den Award. Erstens: Das Projekt trägt maßgeblich dazu bei, dass eine Brachfläche reaktiviert und auf eine Flächenneuversiegelung weitestgehend verzichtet wurde. Zweitens: Das Projekt erfüllt einen klaren ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nutzen. Und drittens: Es stellt eine nachhaltige Lösung dar, die Beispielcharakter hat. Daneben gibt es noch einige Formalien, die zu beachten sind. Der Projektstandort sollte in Deutschland liegen und die Brownfield-Entwicklung bei Einreichung abgeschlossen oder mindestens zu 50 % realisiert sein. Projekte, die sich noch in der Ideenphase befinden, können wir leider nicht berücksichtigen.

B24: Gibt es eine Mindestgröße für preisverdächtige Kandidaten?

RT: Nein, auf diese Einschränkung haben wir bewusst verzichtet. In der Regel starten Brownfield-Entwicklungen zwar ab einer Größe von 1 ha. Aber mit dieser Restriktion würden wir im Wettbewerb viele reizvolle, kleinere Vorhaben wie zum Beispiel kreative Bahnbrachenrevitalisierungen gar nicht erst kennenlernen. Das wäre schade. Im Netz haben wir unter www.brownfieldaward.de alle Informationen zum Award, zu den Kriterien und Bewerbungsmodalitäten übersichtlich zusammengestellt. Wer danach noch Fragen zu seiner Bewerbung hat, kann mich gerne unter +49 151 55047054 anrufen oder eine Mail an thiessen@brownfieldaward.de schreiben.

B24: Muss man sich mit der Bewerbung beeilen und wann ist die Preisverleihung?

RT: Ja, ein bisschen schon. Die Deadline für alle Einreichungen ist der 23.08.2019. Danach nimmt sich unsere Jury aus unabhängigen Experten Zeit, um den Sieger auszuwählen. Der Brownfield Award 2019 wird dann am 7. Oktober 2019 auf der Expo Real in München verliehen. Ich freue mich auf die Einsendungen und drücke allen Teilnehmern schon jetzt die Daumen.


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