Altlasten auf dem Gelände Waldlager Hänigsen (bei Hannover)

Klage von Lorenz Snack-World abgewiesen

28.11.2017

Der Chips-Hersteller Lorenz Snack-World verklagte Mitte dieses Jahres die Bundesrepublik Deutschland, denn sie soll dem Unternehmen im Jahr 1990, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), ein kontaminiertes Grundstück verkauft haben, ohne über vorhandene Altlasten zu informieren. Die Klage betrifft das Waldlager Hänigsen, ein 126.000 Quadratmeter große Fläche nordöstlich von Burgdorf, das aus einer militärischen Vornutzung stammt: Bis 1936 wurde es von der Wehrmacht als Munitionslager und -fabrik gebraucht. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs nutzten die Briten dieses Gelände, um Kampfstoffe unschädlich zu machen. Der Boden soll unter anderem mit Chemikalien wie Arsen und Schwermetallen belastet sein, was eine gewerbliche Nutzung der Immobilie im gegenwärtigen Zustand unmöglich macht. Bahlsen, der ehemalige Mutterkonzern von Lorenz Snack-World, pachtete die Fläche bereits 1949 und errichtete dort ein Lager für Backzutaten, Kartonagen und weitere Betriebsmittel. Die Altlast des Bodens offenbarte sich jedoch erst 1994 durch ein Bodengutachten – vier Jahre nach dem Verkauf durch die BImA an Bahlsen.

Altlasten als Problem für den neuen Besitzer und die Umwelt

Die Industriebrache bleibt lange Jahre ungenutzt. Erst als sich die Lorenz Snack-World im Jahr 1999 von Bahlsen löste und das Waldlager Hänigsen in den Besitz des Chips-Herstellers überging, wuchs auch das Interesse an der Immobilie wieder. Zwischen 2012 und 2013 wurden bei einer ersten Sanierung 973 Kilogramm belasteter Boden entsorgt, allerdings konnten im Anschluss noch immer Chemikalien wie Arsenrückstände in unterschiedlich hohen Konzentrationen im Boden nachgewiesen werden. Bevor Lorenz das Gelände für seine Zwecke nutzen kann, wäre eine weitere umfassende Sanierung der Flächen ein Thema, die das Familienunternehmen schätzungsweise 880.000 Euro kosten würde. In seiner Klageschrift forderte die Lorenz Snack World zunächst eine Erstattung der Kosten für die Absperrung und Bewachung der kontaminierten Flächen in Höhe von 180.000 Euro von der Bundesrepublik ein – ohne Erfolg, denn die Klage wurde Anfang Oktober vom Landgericht Bonn abgewiesen. Gegen diese Entscheidung kann der Snack-Hersteller nun Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegen.


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