Bodensanierung und Altlastensanierung

Boden ist eine begrenzte, und deshalb besonders wertvolle Ressource, die viele lebenswichtige Aufgaben erfüllt: Böden dienen uns als Wasserspeicher, Nahrungsmittellieferant, Siedlungsfläche und als Schadstofffilter. Ein verunreinigter Boden kann seine natürlichen Funktionen jedoch nicht mehr erfüllen. Schädliche Bodenveränderungen sind eine häufige Folge unsachgemäßer Abfalllagerung, sowie industrieller oder militärischer Nutzung. Mit einer nachhaltigen Sanierung werden belastete Böden wieder nutzbar gemacht.

Was ist Bodensanierung, beziehungsweise Altlastensanierung?

Mit einer Bodensanierung oder auch Altlastensanierung werden kontaminierte Böden wieder nutzbar gemacht und bleiben nachhaltig erhalten. Brachliegende Konversionsflächen können nach einer erfolgreichen Sanierung wieder in den Wirtschafts- und Naturkreislauf eingegliedert werden, wodurch sich die Inanspruchnahme neuer Flächen effektiv reduziert. In Deutschland gab es im Jahr 2017 über 220.000 Flächen, die unter Altlastenverdacht stehen. Im Rahmen einer Bodensanierung werden verschiedene Maßnahmen zur Beseitigung oder Reduzierung der Schadstoffe im Boden durchgeführt. Das Ziel ist es, die bestehenden Gefahren zu beseitigen und durch aktiven Bodenschutz eine nachhaltige, gesundheits- und umweltverträgliche Nutzung des Bodens zu ermöglichen.

Was sind Altlasten?

Das deutsche Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) unterscheidet zwischen Altlasten und altlastverdächtigen Flächen:

  • Altlasten: stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen (Altablagerungen) sowie alle Grundstücke, auf denen mit Abfällen und umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist (Altstandorte; ausgenommen Anlagen, die unter das Atomgesetz fallen)
  • Altlastenverdachtsfläche: Böden, bei denen es durch eine vorangegangene Nutzung als umweltrelevanter Betrieb (zum Beispiel Braunkohlegebiete, Militär- oder Industrieflächen) Hinweise auf eine Kontamination gibt

Erst wenn eine eingehende Bodenuntersuchung den Altlastenverdacht zweifelsfrei bestätigt, wird eine Immobilie zur Altlast erklärt.

Wann ist eine Bodensanierung/Altlastensanierung erforderlich?

Ein Altlastenverdacht führt in der Regel zu einem signifikanten Wertverlust des betroffenen Grundstücks. Vor einem Verkauf oder einer erneuten Nutzung der Immobilie werden daher verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um den Umfang der Altlasten abzuklären und eine eventuell notwendige Sanierung zu definieren. Werden bei diesen Untersuchungen Schadstoffbelastungen festgestellt, die eine Gefahr für Mensch und Umwelt bedeuten, ist eine anschließende Bodensanierung unbedingt notwendig. Die Untersuchung von Altlastverdachtsflächen erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Mit einer Erstbewertung durch eine beprobungslose Erfassung wird zunächst der Altlastenverdacht auf einer Fläche begründet. Zu diesem Zweck wird die Nutzungshistorie der Immobilie mithilfe von Aktenrecherchen und Luftbildern ausgewertet. Bei einer Begehung wird die aktuelle Situation des Grundstücks begutachtet.
  2. Ergibt die Vornutzung der Immobilie einen verdacht auf vorhandene Altlasten, erfolgt eine orientierende Untersuchung des Bodens, bei der an definierten Stellen Rammkernsondierungen durchgeführt werden. Hierbei werden Art, Menge, Verteilung und die Mobilität von Schadstoffen untersucht. Ergeben die Bodenproben Prüfwertüberschreitungen (nach Bundes-Bodenschutzverordnung, BBodSchV), wird ein konkreter Altlastenverdacht festgestellt.
  3. In einer Detailuntersuchung werden bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen (z.B. Grundwasser) durchgeführt, um das exakte Ausmaß der Kontamination festzustellen. Bei entsprechenden Grenzwertüberschreitungen wird die Verdachtsfläche als Altlast eingestuft. Das Ergebnis der Detailuntersuchung wird in einer abschließenden Gefahrenbeurteilung festgehalten.

Welche Maßnahmen werden bei einer Bodensanierung/Altlastensanierung ergriffen?

Wie mit einer kontaminierten Immobilie umgegangen wird, hängt wesentlich vom Ausmaß der festgestellten Altlasten ab. In Abhängigkeit von der zukünftigen Nutzung einer Immobilie werden Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung einer Schadstoffausbreitung oder Dekontaminationsmaßnahmen zur Entfernung vorhandener Schadstoffe eingeleitet. Bei einer geringfügigen Belastung kann es ausreichen, den betroffenen Boden abzutragen oder eine Schicht unbelasteten Bodens aufzutragen. Schwerwiegendere Kontaminationen erfordern unter Umständen einen vollständigen Austausch des Bodenmaterials. Diese Verfahren werden bei einer Altlastensanierung angewendet:

  • Off-site-Altlastensanierung: Der kontaminierte Boden wird ausgehoben und durch unbedenkliche Austauschmaterialien ersetzt. Hierfür werden sowohl primäre Baustoffe (zum Beispiel Sand, Kies, Naturstein, usw.) als auch unbedenkliche sekundäre Baustoffe (recyclebare Bauabfälle, zum Beispiel Bauschutt) verwendet. Abgetragene Böden werden entweder deponiert oder einer Dekontamination unterzogen.
  • On-site-Altlastensanierung: Der betroffene Boden wird vor Ort ausgetauscht, durch eine biologische oder thermische Bodenbehandlung aufbereitet und kann anschließend wiederverwendet werden. Eine on-site-Altlastensanierung spart aufwendige und kostenintensive Transporte.
  • In-situ-Altlastensanierung: Bei in-situ-Methoden werden die Schadstoffe nicht verlagert. Der belastete Boden wird ohne vorherigen Aushub direkt vor Ort behandelt, wodurch die Verfahren relativ kosten- und zeitsparend sind. Bei biologischen in-situ-Verfahren werden dem Boden spezielle Mikroben-Kulturen zugeführt, die den Abbau des schädlichen Materials fördern. In-situ-Verfahren eignen sich vorwiegend zur Behandlung größerer Flächen mit geringer Schadstoffbelastung. Für einzelne Hot Spots mit stärkerer Kontamination können zusätzlich ex-situ-Verfahren eingesetzt werden.

Welche Maßnahmen zur Sanierung der Altlastenfläche eingesetzt werden, wird in einer vorangehenden Sanierungsuntersuchung definiert. Diese berücksichtigt den Umfang und Zeitpunkt der geplanten Sanierungsarbeiten und überprüft die technische Durchführbarkeit der vorgesehenen Handlungsweisen.

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